Was ist ein Leistungsverzeichnis für einen Service Desk?

Der Service Desk ist die Stelle, an der Ihre Anwenderinnen und Anwender die IT erleben. Ausgeschrieben wird er trotzdem selten sauber: Häufig steckt er als halber Satz in einem großen Betriebsvertrag, ohne eigene Kennzahlen und ohne eigenes Preisblatt. Damit ist er im Angebotsvergleich weder vergleichbar noch im Betrieb steuerbar.

Wir haben dieses Leistungsverzeichnis bewusst schlank und eigenständig gehalten. Es beschreibt die Annahme, Klassifizierung und Lösung von Anfragen im 1st Level, die Übergabe an den 2nd Level und die Kennzahlen, an denen die Leistung gemessen wird. Es passt sowohl für die vollständige Auslagerung als auch für die Verstärkung eines eigenen Teams in Spitzenzeiten.

Für wen geeignet?

Kommunen & Landkreise
Landes- & Bundesbehörden
Eigenbetriebe & Anstalten
Kliniken & Krankenhäuser
Hochschulen & Schulträger
Kommunale IT-Dienstleister

Leistungsumfang des Muster-LV Service Desk

Leistungsumfang & Abgrenzung zum 2nd Level

Der erste Abschnitt beschreibt, was der Service Desk selbst löst und was er weiterreicht. Wir arbeiten mit einem Leistungskatalog: Annahme über Telefon, E-Mail, Self-Service-Portal und Vor-Ort-Meldung, Klassifizierung nach Priorität, Standardaufgaben wie Passwortzurücksetzung und Berechtigungsanfragen, Störungsannahme mit Erstdiagnose sowie die strukturierte Übergabe an den 2nd Level.

Diese Abgrenzung ist der wichtigste Teil des Dokuments. Ohne sie entsteht der Effekt, den wir aus Projekten kennen: Der Dienstleister meldet eine hohe Erstlösungsquote, weil er alles Schwierige sofort weiterreicht, und die Fachbereiche merken keine Verbesserung. Deshalb beschreibt das Leistungsverzeichnis die Erstlösung anhand eines konkreten Aufgabenkatalogs statt anhand einer Prozentzahl.

Erreichbarkeit & Servicezeiten

Servicezeiten schreiben wir differenziert aus, weil ein Rathaus andere Zeiten braucht als ein Klinikum: Kernzeit an Werktagen, erweiterte Zeiten, Rufbereitschaft und der Umgang mit Brückentagen und Betriebsferien. Ergänzend regeln wir die Vertretung bei Krankheit und Urlaub sowie die Mindestbesetzung zu Spitzenzeiten, etwa am Montagmorgen und nach Wartungsfenstern.

Barrierefreiheit gehört in diesen Abschnitt und wird regelmäßig vergessen. Öffentliche Stellen müssen ihre digitalen Angebote barrierefrei gestalten, das betrifft auch das Self-Service-Portal und die Kontaktwege zum Service Desk[1]. Wir fordern deshalb ein barrierefreies Portal, alternative Kontaktkanäle und eine Erklärung zur Barrierefreiheit als Nachweis.

Service-Level & Kennzahlen

Der Service Desk wird über wenige, klar messbare Kennzahlen gesteuert: Annahmezeit am Telefon, Abbruchquote, Reaktionszeit auf E-Mail- und Portaltickets, Erstlösungsquote bezogen auf den vereinbarten Katalog und die Einhaltung der Prioritätsfristen. Wir haben bewusst darauf verzichtet, ein Dutzend Kennzahlen zu fordern, weil in der Praxis nur die gesteuert werden, die auch monatlich berichtet und besprochen werden.

Zu jeder Kennzahl gehören Messmethode und Berichtsrhythmus. Das Leistungsverzeichnis sieht dazu ein monatliches Service-Review vor, in dem Ausreißer besprochen werden. Ob Abweichungen finanzielle Folgen haben, regelt Ihre Vergabestelle in den Vertragsbedingungen. Wichtig ist die Regel, dass die Messung aus dem Ticketsystem des Auftraggebers stammt, sofern dieses genutzt wird, und nicht aus einer Auswertung des Auftragnehmers.

Ticketsystem, Schnittstellen & Wissensdatenbank

Das Leistungsverzeichnis unterscheidet zwei Fälle: Der Dienstleister arbeitet in Ihrem vorhandenen Ticketsystem oder er bringt sein eigenes mit. Für den zweiten Fall fordern wir eine Schnittstelle und den vollständigen Export der Tickets in einem maschinenlesbaren Format. Wer unser Muster-LV IT-Service-Management nutzt, kann beide Dokumente unmittelbar kombinieren.

Die Wissensdatenbank behandeln wir als Liefergegenstand und nicht als freiwillige Zugabe: Lösungsartikel werden während der Laufzeit erstellt, gepflegt und bei Vertragsende vollständig in einem offenen Format übergeben. Genau daran entscheidet sich, ob ein Anbieterwechsel später möglich ist, ohne dass das gesamte Betriebswissen mit dem alten Dienstleister das Haus verlässt.

Personal, Datenschutz & Preisblatt

Wir fordern deutschsprachige Bearbeitung, benannte Qualifikationsprofile, eine Mindestbesetzung und die Regelung, wie mit Personalwechseln umgegangen wird. Der Leistungsort ist eine eigene Position: Ob die Bearbeitung außerhalb der Europäischen Union erfolgen darf, legt Ihr Haus in der Ausschreibung fest.

Da der Service Desk personenbezogene Daten verarbeitet, beschreibt das Leistungsverzeichnis die technischen Anforderungen an Fernzugriff auf Endgeräte, Protokollierung und Berechtigungen. Auftragsverarbeitung und Vertraulichkeit regelt Ihre Vergabestelle in den Vertragsunterlagen. Das Preisblatt bietet drei Varianten zur Auswahl: Pauschale je Monat, Preis je betreutem Arbeitsplatz und Preis je Ticket, jeweils mit Mengengerüst und Staffel.

Quellen

  1. Bundesamt für Justiz: „Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0)“, gesetze-im-internet.de.

Technische Details

FormatMicrosoft Excel (.xlsx) + PDF
Umfangmehr als 35 Leistungspositionen
SpracheDeutsch
Einsatztechnische Vorlage für Ihre Leistungsbeschreibung; die vergaberechtliche Einbindung liegt bei Ihrer Vergabestelle
Technische BezügeITIL 4, BITV 2.0
Stand2026 (regelmäßige Revision)
LieferungLieferung in 5 Werktagen
IT-Betrieb

Muster-LV: Service Desk und 1st-Level-Support

Einmalzahlung
€ 445
zzgl. 19% MwSt. = € 529,55 brutto
  • aus vergangenen Projekten entwickelt
  • mehr als 35 Leistungspositionen
  • Kennzahlen mit Messmethode
  • 3 Preisvarianten im Preisblatt
  • technische Vorlage für Ihre Leistungsbeschreibung
  • Stand 2026 (regelmäßige Revision)
  • E-Mail Support inklusive
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