Was ist ein Leistungsverzeichnis für Parkraummanagement?

Parkscheinautomaten sind längst Zahlungsterminals mit Mobilfunkanbindung. Wer sie beschafft, kauft nicht nur Blech, sondern ein Bezahlsystem, ein Backend, eine Bargeldlogistik und einen Wartungsvertrag über zehn Jahre. Die Rechtsgrundlage für die Erhebung selbst steht in der Straßenverkehrs-Ordnung[1].

Im Vergabe-Archiv zählen wir 90 Verfahren in den 24 Monaten bis September 2026, davon 50 eigenständige Vergaben. Ausgeschrieben haben unter anderem die Landeshauptstadt München (Parkscheinautomaten), ein kommunales Vergabeamt für die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von 200 Parkscheinautomaten und die Stadtverwaltung Gera für die Miete von Kassenautomaten.

Wir haben das Leistungsverzeichnis so aufgebaut, dass Kauf, Miete und Betreibermodell mit demselben Dokument ausgeschrieben werden können, und wir haben die Zahlungsverfahren streng von der Automatentechnik getrennt. Beides ändert sich unterschiedlich schnell.

Für wen geeignet?

Städte & Gemeinden
Landkreise & Ordnungsämter
Kommunale Eigenbetriebe
Stadtwerke & Parkbetriebe
Kliniken mit Parkflächen
Hochschulen

Leistungsumfang des Muster-LV Parkraummanagement

Automaten, Aufstellung & Bedienung

Der erste Abschnitt beschreibt Gehäuse und Schutzklasse, Displaygröße und Ablesbarkeit bei Sonne, Tastatur oder Touchbedienung, Energieversorgung mit Solarmodul und Pufferakku sowie die Mobilfunkanbindung mit Angabe der Datenkosten. Aufstellung, Fundament und Erdung sind als eigene Positionen je Standort ausgeschrieben.

Die Bedienoberfläche behandeln wir als Barrierefreiheitsthema und nicht als Designfrage: Bedienhöhe, Kontrast, Schriftgröße, taktile Elemente und eine verständliche Nutzerführung sind Muss-Anforderungen. Für digitale Angebote der öffentlichen Hand gilt der barrierefreie Zugang als Regel[2], und die Automatenoberfläche ist für viele Bürgerinnen und Bürger genau dieser Zugang.

Bezahlverfahren & Kartensicherheit

Wir schreiben die Zahlarten einzeln aus: Münzen, Girocard, Kreditkarte, kontaktlos und mobil. Für jede Zahlart sind Transaktionsentgelte, Abrechnungsweg und der Umgang mit Fehlbuchungen anzugeben. Der Kartenzahlungsteil verlangt die Einhaltung der einschlägigen Sicherheitsstandards der Kartenindustrie[3] mit Nachweis der Zertifizierung des eingesetzten Terminals.

Zusätzlich beschreiben wir Automat und Zahlungsabwicklung als getrennte Positionen mit offener Schnittstelle. Wer beides technisch koppelt, kann den Zahlungsdienstleister später nicht wechseln, ohne die Automaten zu tauschen. Diese Kopplung ist der teuerste Fehler in diesem Beschaffungsfeld.

Backend, Auswertung & Handyparken

Das Backend liefert Einnahmen je Automat und Zeitraum, Störungsmeldungen, Füllstände, Ausfallzeiten und die Datengrundlage für die Bewirtschaftungsplanung. Wir fordern Exportformate, eine offene Schnittstelle und die vollständige Übergabe aller Daten in einem offenen Format beim Anbieterwechsel.

Handyparken schreiben wir als eigene Positionsgruppe aus, mit Anbindung mehrerer Anbieter statt Exklusivität, einheitlicher Tarifpflege und gemeinsamer Auswertung mit den Automatendaten. Für die Kontrolle beschreiben wir die Abfrage gebuchter Vorgänge durch den Ordnungsdienst mit einstellbarer Löschung der dabei anfallenden Daten. Die Fristen legt Ihr Haus fest.

Betrieb, Wartung & Bargeldlogistik

Der Betriebsteil regelt Entstörzeiten nach Störungsklasse, Wartungsintervalle, Ersatzteilverfügbarkeit über die Nutzungsdauer und den Umgang mit Vandalismus und Aufbruchversuchen. Wir fordern ein Monitoring, das den Ausfall eines Automaten meldet, statt auf die Beschwerde einer Bürgerin zu warten.

Die Bargeldlogistik ist eine eigene Leistungsgruppe: Leerung, Zählung, Einzahlung, Kassenbestandsabgleich und eine dokumentierte Übergabe an jeder Station.

Beschaffungsvarianten, Migration & Preisblatt

Kauf, Miete und Betreibermodell sind als drei Varianten im Preisblatt bepreisbar. Laufzeit, Verlängerung und Rückgabe legt Ihre Vergabestelle in den Vertragsbedingungen fest. Für den Übergang vom Altbestand schreiben wir Demontage, Entsorgung, Umstellungsplan je Bewirtschaftungszone und einen Parallelbetrieb während der Umstellung aus.

Das Preisblatt trennt Automat je Stück, Aufstellung je Standort, Backend je Automat und Jahr, Zahlungsverkehrsentgelte, Wartungspauschale und Bargeldlogistik. Für die kommunale Kassenanbindung passt unser Muster-LV zu Fahrgastinformation und ÖPNV-IT thematisch daneben, für die Pflege der Software Softwarepflege und Support.

Quellen

  1. Bundesamt für Justiz: „§ 13 StVO: Einrichtungen zur Überwachung der Parkzeit“, gesetze-im-internet.de.
  2. Bundesamt für Justiz: „§ 12a BGG: Barrierefreie Informationstechnik“, gesetze-im-internet.de.
  3. PCI Security Standards Council: „PCI Data Security Standard“, pcisecuritystandards.org.
  4. Bundesamt für Justiz: „Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), Anforderungen an Selbstbedienungsterminals“, gesetze-im-internet.de.

Technische Details

FormatMicrosoft Excel (.xlsx) + PDF
Umfangmehr als 65 Leistungspositionen
SpracheDeutsch
Einsatztechnische Vorlage für Ihre Leistungsbeschreibung; die vergaberechtliche Einbindung liegt bei Ihrer Vergabestelle
Technische BezügePCI DSS, BITV 2.0
Stand2026 (regelmäßige Revision)
LieferungLieferung in 5 Werktagen
Verkehr & Mobilität

Muster-LV: Parkraummanagement und Parkscheinautomaten

Einmalzahlung
€ 980
zzgl. 19% MwSt. = € 1.166,20 brutto
  • aus vergangenen Projekten entwickelt
  • mehr als 65 Leistungspositionen
  • Kauf, Miete & Betreibermodell
  • Zahlungsdienstleister vom Automaten getrennt
  • technische Vorlage für Ihre Leistungsbeschreibung
  • Stand 2026 (regelmäßige Revision)
  • E-Mail Support inklusive
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