Was ist ein Leistungsverzeichnis für Schul-Medientechnik?

Interaktive Displays haben Tafel und Beamer in den meisten Klassenräumen abgelöst. Beschafft werden sie fast immer in Losen über viele Schulen gleichzeitig, mit Montage in den Ferien, Einweisung der Kollegien und Rücknahme der Altgeräte. Das ist weniger ein Technikprojekt als ein Logistikprojekt.

Im Vergabe-Archiv zählen wir 20 Verfahren in den 24 Monaten bis September 2026, davon 16 eigenständige Vergaben. Ausgeschrieben haben unter anderem das Bezirksamt Pankow von Berlin (interaktive Displays für 27 Schulen), der Kommunalservice Mecklenburg mit einer Rahmenvereinbarung zur Erweiterung sowie freie Schulträger für einzelne Standorte.

Der Schwerpunkt unseres Leistungsverzeichnisses liegt auf der produktneutralen technischen Beschreibung. Displays sind ein Markt mit wenigen Herstellern und starken Vertriebsbindungen.

Für wen geeignet?

Städte & Schulträger
Landkreise & Länder
Hochschulen & Akademien
Kommunale IT-Dienstleister
Freie Schulträger
Pflege- & Berufsfachschulen

Leistungsumfang des Muster-LV Schul-Medientechnik

Gerätetechnik produktneutral beschrieben

Die Leistung ist so eindeutig und erschöpfend zu beschreiben, dass die Beschreibung für alle Unternehmen im gleichen Sinne verständlich ist, und ein bestimmtes Erzeugnis darf grundsätzlich nicht vorgegeben werden[1]. Wir beschreiben Displays deshalb über Merkmale: Diagonale, Auflösung, Helligkeit und Entspiegelung, Anzahl gleichzeitiger Berührpunkte, Stifterkennung, Anschlüsse, Erweiterungsslot für einen Rechnereinschub und garantierte Ersatzteilversorgung.

Ergänzt wird das um Anforderungen an Ergonomie und Sichtbarkeit aus dem Klassenraum, um Geräuschentwicklung und um die Nutzung ohne Herstellerkonto. Der letzte Punkt wird regelmäßig vergessen und führt dazu, dass Lehrkräfte sich bei einem Anbieter registrieren müssen, um an der Tafel schreiben zu können.

Montage, Elektro & Raumsituation

Das Leistungsverzeichnis beschreibt Halterungen in drei Varianten: feste Wandmontage, höhenverstellbar und fahrbares Stativ, jeweils mit Anforderungen an Tragfähigkeit und Untergrund. Für Altbauten ist die Prüfung der Wandbeschaffenheit eine eigene Position, ebenso Sonderbefestigungen bei Gipskarton oder denkmalgeschützten Oberflächen.

Elektro- und Netzwerkanschluss werden ausdrücklich zugeordnet: Wer stellt die Steckdose, wer die Datendose, wer den Kabelkanal. Dazu kommen Demontage und Entsorgung der Altgeräte, die Wiederherstellung der Wandoberfläche und die Abstimmung der Arbeitszeiten mit dem Schulbetrieb.

Software, Konten & Datenschutz

Zur Lieferung gehört die Tafelsoftware mit Laufzeit, Aktualisierungen und der Angabe, auf welchen Geräten sie eingesetzt werden kann, auch auf Endgeräten der Lehrkräfte. Wir fordern die Integration in das vorhandene Geräte- und Nutzermanagement statt eines eigenen Herstellerportals, passend zu unserem Muster-LV zu Mobile Device Management.

Datenschutzseitig verlangen wir Transparenz über alle Datenübertragungen des Geräts, die Abschaltbarkeit von Telemetrie und die Möglichkeit des Betriebs ohne Cloudanbindung. Für die Bedienoberfläche gelten die Anforderungen an barrierefreie Informationstechnik[2].

Rollout, Schulung & Support

Der Rollout wird je Schule und Klassenraum geplant, mit Zeitfenstern in den Ferien, Ansprechpartnern vor Ort, Inbetriebnahme und Funktionstest je Gerät sowie einer Abnahme je Schule. Wir fordern eine Rolloutliste als Liefergegenstand, damit später nachvollziehbar ist, welches Gerät wo hängt und wann die Gewährleistung beginnt.

Die Einweisung erfolgt je Kollegium und nicht als zentrale Veranstaltung, ergänzt um kurze Videoanleitungen. Für den Support fordern wir eine Hotline mit Servicezeiten während der Unterrichtszeit, Vor-Ort-Service mit Reaktionszeit und ein Vorhaltekontingent an Austauschgeräten, weil ein defektes Display sonst den Unterricht für Wochen verändert.

Nachhaltigkeit, Altgeräte & Preisblatt

Für die Rücknahme der Altgeräte nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz[3] fordern wir ein Entsorgungsprotokoll je Gerät. Ergänzend beschreibt das Leistungsverzeichnis Energieverbrauch im Betrieb und Standby, Reparierbarkeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen über die geplante Nutzungsdauer und die Möglichkeit des Akku- oder Modultauschs.

Das Preisblatt trennt Display je Größe, Halterung je Variante, Montage je Klassenraum, Software je Lizenzjahr, Schulung je Kollegium und Support je Gerät und Jahr. Es enthält außerdem Positionen für weitere Schulen, weil Förderprogramme wie der DigitalPakt Schule[4] in Tranchen abgerufen werden. So sind die Kosten späterer Tranchen früh bekannt.

Quellen

  1. Bundesamt für Justiz: „§ 31 VgV: Leistungsbeschreibung, Verbot der Bezugnahme auf bestimmte Erzeugnisse“, gesetze-im-internet.de.
  2. Bundesamt für Justiz: „Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0)“, gesetze-im-internet.de.
  3. Bundesamt für Justiz: „Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)“, gesetze-im-internet.de.
  4. Bundesministerium für Bildung und Forschung: „DigitalPakt Schule“, digitalpaktschule.de.

Technische Details

FormatMicrosoft Excel (.xlsx) + PDF
Umfangmehr als 45 Leistungspositionen
SpracheDeutsch
EinsatzTechnische Vorlage. Die vergaberechtliche Prüfung liegt bei Ihrer Vergabestelle.
Technische BezügeBITV 2.0
Stand2026 (regelmäßige Revision)
LieferungLieferung in 5 Werktagen
Schul-IT

Muster-LV: Interaktive Displays und Medientechnik für Schulen

Einmalzahlung · technische Vorlage zum Anpassen
€ 620
zzgl. 19% MwSt. = € 737,80 brutto
  • aus vergangenen Projekten entwickelt
  • mehr als 45 Leistungspositionen
  • Produktneutral über technische Merkmale beschrieben
  • Rollout- & Montageplanung enthalten
  • Technische Vorlage für öffentliche IT-Ausschreibungen
  • Stand 2026 (regelmäßige Revision)
  • E-Mail Support inklusive
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